Die Oberflächenbehandlung von Werkstücken aus Holz kann unter Umständen einige Tücken mit sich bringen. So kann die Verwendung von falschen Schleifmaschinen oder ein unachtsames Arbeiten schnell zu dauerhaften Beschädigungen führen.

Doch wenn Du einige wichtige Aspekte beachtest, kannst du beim Holz schleifen im Grunde nicht allzu viele Fehler machen.

Wir haben dir in diesem Ratgeber einige nützliche Tipps zum Thema Holzschliff zusammengestellt. Du erfährst hier alles, was du wissen musst, um dein Werkstück bis zur gewünschten Glätte ohne Schleifspuren oder andere Missgeschicke zu schleifen.

Holz schleifen – 8 Tipps für den perfekten Holzschliff

Tipp #1 – Die richtige Körnung verwenden

Durch die Körnung wird die Beschaffenheit des Schleifpapiers beschrieben. Je geringer die Anzahl der Körnung ist, desto mehr Material wird abgeschliffen und desto gröber ist grundsätzlich der Schleifvorgang.

Schleifpapier

Sei dir der Körnung deines Schleifpapiers bewusst und wofür du welches einsetzen kannst. Nur so erzielst du genau das Ergebnis, das dir vorschwebt. (Foto: Fancycrave.com / pexels.com)

Wählst du hingegen ein Schleifpapier mit einer hohen Körnung, wird das Werkstück feiner beschliffen, da weniger Material abgetragen wird. Im folgenden geben wir dir einen Überblick über die Schleifpapier Körnungen und deren Anwendungsgebiete:

40 – 80 Körnung:

Hiermit kannst du schnell Material abtragen. Diese groben Körnungen bieten sich beispielsweise an, wenn du eine Tür bearbeiten musst, weil ein zu geringer Anstand zum Bodenbelag gegeben ist.

100 – 150 Körnung:

Mit einer mittelgroben Körnung kannst du in der Regel mit den meisten Schleifarbeiten beginnen. So bietet sich eine 150er-Körnung etwa an, um Lackreste zu entfernen.

180 – 220 Körnung:

Dieses feine Schleifpapier eignet sich gut, um Kratzer im Holz zu entfernen. Für den Feinschliff wird eine solch hohe Körnung gewählt.

320 – 400 Körnung:

Mit sehr feinen Körnungen kannst du selbst die kleinsten Kratzer entfernen und auch einzelne Lackschichten können damit abgetragen werden. Hiermit ist es auch möglich, härtere Materialien wie beispielsweise Metalle zu polieren.

Tipp #2 – Schleife mit der Holzmaserung

Beim Holzschliff gibt es eine vorgegebene Schleifrichtung, die du unbedingt immer einhalten solltest.

Die auf der Holzoberfläche sichtbaren Linien, also die Holzmaserungen, sind deutlich härter als das Holz, was sich dazwischen befindet. Wenn du kreuz und quer schleifst, brichst du diese auf, was kein feines Schleifergebnis zur Folge hat. Deshalb ist es wichtig, immer nur in Richtung der Maserung zu schleifen.

Tipp #3 – Arbeite dich immer von grob zu fein

Egal ob du mit dem Schleifen Material abtragen möchtest, Kratzer oder Unebenheiten ausbessern willst oder aber um das Holz von anderen Materialien zu befreien:

Beginne immer mit einem Schleifpapier, was eine mittlere Körnung aufweist (z.B. 120er), denn so läufst du nicht Gefahr, mit einem groben Schleifpapier direkt die Holzoberfläche zu beschädigen. Schleife das Holz außerdem stets in Richtung der Holzmaserung.

Wenn du einen ersten Test mit dem mittelgroben Schleifpapier durchgeführt hast, kannst du unter Umständen später immer noch eine gröbere Körnung wählen.

Schleife das Holz zunächst bis kurz vor (!) dem gewünschten Materialabtrag ab. Nun nimmst du feines Schleifpapier zur Hand, damit du dich langsam an das gewünschte Ziel heranarbeiten kannst. Zu guter Letzt verwendest du noch sehr feines Papier für das Finish.

Tipp #4 – Holz nach dem Grobschliff befeuchten

Es kann Sin machen, wenn du das Werkstück nach dem groben Schliff etwas mit einem nassen Schwamm befeuchtest. Dieser Schritt ist notwendig, wenn das Holz später äußeren Umwelteinflüssen wie Nässe ausgesetzt ist.oder wenn es noch mit einer Holzlasur o.ä. behandelt werden soll.

Ist das Holz nach dem befeuchten wieder vollständig abgetrocknet, kannst du das Werkstück entlang der Holzmaserung fein beschleifen. Du kannst während des Trocknens förmlich dabei zusehen, wie sich die Holzfasern etwas anheben. Damit erhälst du ein noch feineres Ergebnis.

Tipp #5 – Weniger ist meist mehr

Oft gibt es abstehende Dellen oder sonstige Unebenheiten im Holz, die nur leicht abgerundet werden sollen.

Hier musst du Vorsicht walten lassen, denn wenn du jetzt etwas zu intensiv über die Stelle schleifst oder ein zu grobes Schleifpapier verwendest, kann es im Handumdrehen zu unschönen Kuhlen kommen.

Schleife Ecken, Dellen und dergleichen daher immer mit einem feineren Schleifpapier ab und überprüfe zwischendurch regelmäßig das Ergebnis. Auch sogenannte Schleifschwämme sind für solche Schleifarbeiten immer sinnvoll.

Tipp #6 – Das passende Werkzeug verwenden

Natürlich kannst du im Grude auch große Flächen per Hand abschleifen. Dennoch ist dies in der Regel eine sehr mühevolle Arbeit. Daher entscheiden sich die meisten Handwerker dazu, einen Exzenterschleifer einzusetzen, mit dem die Oberflächen vielseitig bearbeitet werden können.

Ein solches Gerät ist grundsätzlich leicht zu bedienen. Es ist nicht nötig, den Exzenterschleifer auf das Werkstück aufzudrücken, denn bereits dessen Gewicht genügt, um ausreichend zu schleifen.

Bewege die Schleifmaschine gleichmäßig und langsam bis zum gewünschten Ergebnis über das Holz. Anschließend solltest du nochmal mit einem Schleifklotz oder einem Schliiifschwamm die kleinen Kratzer entfernen.

Tipp #7 – Der Schleifstaub

Es ist mittlerweile aud gesundheitlichen Gründen Vorschrift, dass jede Schleifmaschine mit einer Absaugvorrichtung ausgestattet sein muss.

Dabei kann es sich um einen Beutel handeln, oder aber um einen separat angeschlossenen Staubsauger.

Die Entfernung des Staubs, der beim Schleifen entsteht, ist enorm wichtig, denn nicht nur, dass die feinen Staubpartikel deine Atemwege schädigen können, sondern die Schleifleistung kann durch herunterfallenden Schleifstaub so auch nicht beeinträchtigt werden. Trage unbedingt immer eine Atemmaske!

Tipp #8 – Schütze das Holz nach dem Schleifen

Wenn du das gewünschte Schleifergebnis erreicht hast, solltest du das Holz versiegeln, um es so vor Umwelteinflüssen schützen. Du kannst hierfür ein Wachs, Öle, eine Lasur oder ähnliches verwenden.

Grundsätzlich neigen jedoch Lasuren und Lacke durch Ihre Abdeckfunktion eher dazu, das Holz über einen deutlich längeren Zeitraum zu schützen, als ein Öl, denn dieses ist eher für die Holzpflege gedacht.

Weiterführende Literatur: Quellen und interessante Links

[1] www.heimwerker-news.de

[2] www.obi.at

Bildquelle: unsplash.com / Andrew Ruiz

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